Schleswig-Holstein (SH)

Schleswig-Holstein hat eine Fläche von 15.804,3 km² und eine Einwohnerdichte von 183 Einwohnern pro km². Insgesamt hat das Land 2.889.821 Einwohner.

Die Landesregierung setzt sich seit 2022 aus CDU und Bündnis 90/Die Grünen zusammen. Seit Juni 2017 ist Daniel Günther amtierender Ministerpräsident.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag im Jahr 2017 bei 32.309 €.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Fläche an der Gesamtfläche belief sich im Jahr 2017 auf 68,8 Prozent, bei der forst-wirtschaftlichen Fläche waren es 10,3 Prozent.

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2018
 

1. Energiepolitische Programmatik

Koalitionsvertrag (2022-2027)

Auszug windenergierelevanter Passagen

Wind an Land

Wir werden in dieser Legislaturperiode über die bestehende Planung hinaus weitere Flächen für die Windkraft zur Verfügung stellen mit dem Ziel, perspektivisch 15 Gigawatt (GW) installierte Leistung zu erreichen. Damit werden wir die Grundlage für eine jährliche Energieerzeugung von 30-35 Terawattstunden (TWh) pro Jahr bis 2030 sicherstellen.

Wir wollen umgehend überprüfen, wie eine Fortschreibung des Landesentwicklungsplans (LEP) Wind und der Regionalpläne unter Erhalt der bisher ausgewiesenen Vorrangflächen möglich ist oder möglich gemacht werden kann. Wenn erforderlich, unterstützen wir hierfür notwendige Änderungen von Bundesgesetzen und sehen Änderungen von Landesgesetzen vor.

Die Evaluation der Regionalplanung Wind werden wir gleichzeitig vorziehen. Auf Basis der Ergebnisse der Evaluation und unter Berücksichtigung der Rechtslage, insbesondere vor dem Hintergrund der Ausgestaltung des Verfahrens, werden wir das Kapitel Wind des Landesentwicklungsplans und die Regionalplanung Wind schnellstmöglich in einem eigenen, selbstständigen Verfahren fortschreiben, um eine Grundlage zur Erreichung unserer Ausbauziele für Erneuerbare Energien zu schaffen. Wir berücksichtigen, dass die Erneuerbaren Energien im überragenden öffentlichen Interesse liegen.

Wir werden alle Kriterien mit Ausnahme der Abstände zur Wohnbebauung, die wir beibehalten werden, im Rahmen der Evaluation einer intensiven Prüfung unterziehen. Wir werden Flächen, die aufgrund von Artenschutz, Denkmalschutz oder ihrer Größe im Prozess der Erarbeitung des Regionalplans herausgefallen sind, neu bewerten und gegebenenfalls ausweisen. Soweit notwendig und zielführend, werden wir auch Kriterien in diesen Bereichen ändern.

Dabei nutzen wir auch neue Vorgaben des Bundes, beispielsweise im Bereich des Artenschutzes oder auch bei den Abstandsregelungen zu Wetterstationen und der Flugsicherung. Soweit der Bund weitere Planungsspielräume eröffnet, werden wir diese evaluieren und gegebenenfalls nutzen.

Wir werden im Rahmen der Evaluation zudem prüfen, ob in Schleswig-Holstein rechtssicher von einer Rotor-In auf eine Rotor-Out Regelung, möglicherweise auch teilweise, umgestellt werden kann, um Flächen besser zu nutzen und Kleinstflächen, die bisher unberücksichtigt geblieben sind, soweit möglich, in die Kulisse einzufügen. Vor dem Hintergrund des auf Bundesebene in der Diskussion befindlichen „Wind-an-Land-Gesetzes“ werden wir zudem bestehende Höhenbeschränkungen überprüfen.

Das alles wollen wir rechtssicher in den Raumordnungsplänen verankern. Dabei behalten wir immer die Akzeptanz der Bevölkerung im Blick.

Wir wollen bereits bestehende Flächen besser ausnutzen. In Regionen mit wenig bestehenden Windenergieanlagen wollen wir auch Kleinstparks zulassen. Wir werden auch den Einsatz vertikaler Windkraftanlagen für die Verdichtung in Vorranggebieten prüfen und in Modellprojekten erproben. Auch die Kombination von PV-Freiflächenanlagen an Windenergiestandorten wollen wir unterstützen.

Wir wollen Bestandsanlagen nicht in einen vorschnellen Rückbau zwingen, sondern sie im Rahmen ihrer technischen Möglichkeiten weiter nutzen.

Wir werden prüfen, welche landesrechtlichen und bundesrechtlichen Vorgaben angepasst werden müssen, um das Repowering auch auf solchen Flächen zu ermöglichen, die nach Fertigstellung der Regionalplanung Wind aus der Gebietskulisse herausgefallen sind, jedoch in der Bevölkerung vor Ort eine hohe Akzeptanz ausweisen, ohne die Gültigkeit der Pläne im Sinne der größtmöglichen Planungssicherheit für den Ausbau der Windenergie zu gefährden. Soweit rechtlich möglich, wollen wir aufgezeigte Möglichkeiten anschließend nutzen.

Unabhängig davon werden wir im Rahmen der Evaluation der Regionalpläne prüfen, ob und welche Flächen auch durch die Anpassung von Kriterien zusätzlich für das Repowering in Betracht kommen. Auf den dann aufgezeigten Flächen wollen wir das Repowering ermöglichen.

Wir prüfen, ob und wie ein nichtflächengleiches und zeitversetztes Repowering ermöglicht werden kann, sodass zu repowernde Windkraftanlagen noch länger in Betrieb bleiben können.

Schleswig-Holstein liegt im bundesweiten Vergleich bei den Genehmigungen von Windkraftanlagen schon heute an der Spitze. Wir werden unsere Genehmigungsbehörden weiter stärken, indem wir sie personell gut ausstatten und organisatorisch den neuen Aufgaben anpassen. Wir wollen typenunabhängige Genehmigungen einführen. Darüber hinaus setzen wir auf konsequente Verfahrensdigitalisierung und die Bündelung von Kompetenzen auf Landesebene.

Wir unterstützen Technologien und deren Zulassung, die zur Akzeptanz der Erneuerbaren Energien in der Bevölkerung beitragen und die Naturverträglichkeit verbessern. Hierzu zählen die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung und Antikollisionssysteme zum Schutz vor Vogelschlag.

Bürgerenergie und Reform des Umlagen- und Abgabesystems

Die Energieversorgung muss auch zukünftig nachhaltig, sicher, umfassend und bezahlbar sein. Wir setzen uns beim Bund für eine grundlegende Reform des Systems von Steuern, Abgaben und Umlagen sowie der Netzentgelte ein, um eine gerechtere bundesweite Verteilung, insbesondere von Kosten, zu gewährleisten. Umlagen sollten zum Beispiel entfallen können, wenn kein fremdes Stromnetz beansprucht wird.

Bürgerenergie wollen wir weiter stärken und die bestehenden Instrumente wie den Bürgerenergiefonds bei der Investitionsbank ausbauen. Sowohl beim Zugang zum Geldmarkt als auch bei der Beantragung von Genehmigungen wollen wir Unterstützung anbieten.

Klimaschutz und Energiewende

Deswegen ist es wichtig, den Ausbau Erneuerbarer Energien (EE) zu forcieren und damit die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von Öl, Erdgas und Kohle konsequent zu verringern und perspektivisch zu beenden.

Die Geschwindigkeit auf dem Weg zu Klimaneutralität und Energiewende wird vom Ausbautempo der Erneuerbaren Energien, Effizienzsteigerungen, Energieeinsparungen, dem Energieleitungsausbau und dem Import von Energie aus erneuerbaren Quellen bestimmt.

Schleswig-Holstein bietet als Gunststandort mit den natürlichen Ressourcen Wind, Sonne und Biomasse die besten Standortbedingungen für die Erneuerbaren Energien und damit große Möglichkeiten für unser Land. Dieses herausragende Potenzial wollen wir noch besser und effizienter nutzen. Die damit verbundene Wertschöpfung soll hier im Land ermöglicht, angesiedelt und genutzt werden.

Wir wollen die Standortvorteile unseres Landes noch besser nutzen und Schleswig-Holstein zu einem Zentrum der nachhaltigen Wirtschaft der Zukunft entwickeln. Dafür ist ein ambitionierter Ausbau der Erneuerbaren Energien notwendig. Wir wollen als Energiewendevorreiter vorangehen und Schleswig-Holstein fit für die Zukunft machen.

Wir wollen Schleswig-Holstein weiterhin als bundesweiten energiewendepolitischen Impulsgeber positionieren. Energiewende und Dekarbonisierung sowie die sich daraus ergebenden nachhaltigen wirtschaftlichen Chancen werden in der vor uns liegenden Legislaturperiode Priorität haben.

Ausbau der Erneuerbaren Energien

Bereits jetzt sind wir bundesweit Vorreiter in der Produktion und Nutzung von erneuerbarer Energie. Schon heute produzieren wir mehr erneuerbaren Strom, als wir verbrauchen. Diese Wertschöpfung wollen wir halten und noch weiter ausbauen. Dafür streben wir an, die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien an Land bis 2030 auf 40-45 Terawattstunden (TWh) pro Jahr anzuheben. Dieses Ziel werden wir im schleswig-holsteinischen Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) festhalten und die dafür geeigneten, landespolitisch möglichen Maßnahmen einleiten. Gelingen kann dies nur, wenn auch die bundespolitischen Rahmenbedingungen stimmen.

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Energiewende- und Klimaschutzgesetz

Am 30. März 2017 ist das schleswig-holsteinische Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) in Kraft getreten. Damit wird die rechtliche Grundlage für Energiewende-, Klimaschutz- und Klimaschutzanpassungsmaßnahmen in Schleswig-Holstein geschaffen und es werden die zentralen Klimaschutzziele festgelegt. Dieses wurde am 17. Dezember 2021 novelliert, allerdings ohne konkrete Änderung der windenergierelevanten Paragraphen.

  • Neben mittel- und langfristigen Zielen zur Minderung der Treibhausgasemissionen wird u.a. auch das Ziel eines Ausbaus der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien auf mind. 37 TWh bis zum Jahr 2025 formuliert. Nach § 3 Absatz 5 EWKG soll die Landesregierung die Ziele für den Ausbau der Erneuerbaren Energien für den Zeitraum ab dem Jahr 2025 in den Energiewende- und Klimaschutzberichten fortschreiben. Im Energiewende- und Klimaschutzbericht 2016 hat die Landesregierung dies bereits vorgenommen. Bis 2030 wird demnach ein Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien auf mind. 44 TWh angestrebt. Im Hinblick auf die lange Zeitspanne haben diese Ziele den Charakter eines Zielszenarios, das bei Vorliegen neuer Daten, Fakten, Rahmensetzungen und Prognosen ggf. fortzuschreiben ist. Daraus abgeleitet ergibt sich als Zielszenario für Windenergieanlagen an Land eine installierte Leistung von 8 GW bis 2020, 10 GW bis 2025 und 12 GW bis 2030.

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Installationsziel für die Windenergie

2. Fachliche Grundlagen

Radar und Flugsicherung

Flugsicherheitsanalyse der Wechselwirkungen von Windenergieanlagen und Funknavigationshilfen DVOR/VOR der Deutschen Flugsicherung GmbH

Im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein wurde vom Institut für Luft- und Raumfahrt an der TU Berlin ein Gutachten zu den Wechselwirkungen von Windenergieanlage und Funknavigationshilfen DVOR/VOR der Deutschen Flugsicherung GmbH erstellt.

Zwei weitere Gutachten wurden seitens der in Schleswig-Holstein tätigen immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsbehörde (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) an den öffentlich bestellten Sachverständigen Herrn Dr.-Ing. Jochen Bredemeyer vergeben.

3. Zuständigkeiten und rechtlicher Rahmen

siehe 3.1 (Landesebene) und 3.2 (Regionale Ebene)

3.1 Landesebene

Themen und Aufgaben der Landesregierung Schleswig-Holstein

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Landesministerien

Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur - Mercatorstraße 3 - 24106 Kiel

Der Organisationsplan des Ministeriums wird derzeit überarbeitet.

Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus – Düsternbrooker Weg 94 – 24105 Kiel

Das Ministerium ist fünf Abteilungen untergliedert, wobei die Energiewirtschaft in Abteilung 2 angesiedelt ist.

Ministerium für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport - Düsternbrooker Weg 92 - 24105 Kiel

Das Ministerium ist für das Thema Bauen verantwortlich. Der Organisationsplan wird derzeit überarbeitet

Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz – Fleethörn 29-31, 24103 Kiel

Das Ministerium regelt landesplanerische Belange und ist Landesplanungsbehörde. Der Organisationsplan befindet sich derzeitig in der Überarbeitung

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Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans (LEP) Schleswig-Holstein 2010, Kapitel 3.5.2 (zum Sachthema Windenergie an Land) (30. Oktober 2020)

Am 30. Oktober 2020 ist die Teilfortschreibung des Landesentwicklungsplans zum Thema Windenergie an Land in Kraft getreten. Sie legt verbindlich für das gesamte Land Schleswig-Holstein Ziele und Grundsätze der Raumordnung zur Nutzung der Windenergie fest. Die Teilfortschreibung ersetzt das bisherige Kapitel 3.5.2 (Windenergie) im Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein 2010.

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Flächenziel für die Ausweisung von Raumordnungsgebieten

3.2 Regionalebene

Planungsträger

Die Planungsträgerschaft ist auf Landesebene angesiedelt. Die Kreise und kreisfreien Städte sind frühzeitig an der Erarbeitung des Regionalplanes für den jeweiligen Planungsraum zu beteiligen; die kreisangehörigen Städte und Gemeinden sind hierbei einzubeziehen.

Schleswig-Holstein ist in drei regionale Planungsräume eingeteilt.

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Instrumente der Regionalplanung

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Regionalpläne

In einem mehrjährigen Prozess mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung hat die Landesplanungsbehörde neue Raumordnungspläne zum Thema Windenergienutzung aufgestellt, mit denen Vorranggebiete für die Windenergienutzung ausgewiesen wurden. Im September 2020 hat die Landesregierung die Teilfortschreibung des Windkapitels im Landesentwicklungsplan 2010 mit Zustimmung des Landtages beschlossen (siehe Punkt 3.1). Die Teilaufstellungen der Regionalpläne I-III (Windenergie an Land) sind am 31. Dezember 2020 in Kraft getreten. Über diese Pläne wird zukünftig der Windenergieausbau in Schleswig-Holstein gesteuert.

4. Planung und Genehmigung

Zuständigkeiten

Zuständig für die Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung ist das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (Regionaldezernat Mitte, Südost, Südwest, Nord) (§ 2 Abs. 2 der Landesverordnung über die zuständigen Behörden nach immissionsschutzrechtlichen sowie sonstigen technischen und medienübergreifenden Vorschriften des Umweltschutzes (ImSchV-ZustVO)).

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Erlasse

Anwendung der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung bei Windkraftanlagen

Der Erlass erläutert die Grundsätze zur Ermittlung des Kompensationsbedarfs bei der Zulassung von Windenergieanlagen.

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Weitere Informationen zum Genehmigungsverfahren

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Digitaler Atlas Nord

Im Digitalen Atlas Nord, der von der Landesregierung Schleswig-Holstein und den Kommunen des Landes angeboten wird, sind die Vorranggebiete für Windenergie nebst Datenblättern kartografisch dargestellt.

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Immissionsschutz

Um die Genehmigung einer Anlage nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zu beantragen, steht in Schleswig-Holstein die IT-Lösung "ELiA" (Elektronische Immissionsschutzrechtlichen Antragsstellung) bereit.

 

5. Windenergie und Naturschutz

Standardisierung des Vollzugs artenschutzrechtlicher Vorschriften bei der Zulassung von Windenergieanlagen für ausgewählte Brutvogelarten

Die Arbeitshilfe konkretisiert die artenschutzrechtliche Prüfung gemäß § 44 BNatSchG sowie die Ausnahmeprüfung nach § 45 BNatSchG im immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren. Sie enthält artspezifische Festlegungen für eine Auswahl von sieben windkraftsensiblen und in Schleswig-Holstein besonders planungsrelevanten Brutvogelarten.

 

Integration artenschutzrechtlicher Vorgaben in Windkraftgenehmigungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG)

Die Arbeitshilfe soll Unterstützung für den Arbeitsalltag leisten, indem sie neben der Beleuchtung der verwaltungsrechtlichen und artenschutzrechtlichen Grundlagen Formulierungsempfehlungen für Inhalts- und Nebenbestimmungen der Genehmigung vorstellt. Naturschutzrechtliche Aspekte, die in den letzten Jahren in Genehmigungsverfahren eine besondere Rolle eingenommen haben, werden dabei in den Fokus gerückt.

 

Empfehlungen zur Berücksichtigung tierökologischer Belange bei Windenergieplanungen in Schleswig-Holstein

Diese Arbeitshilfe enthält artenschutzfachliche Untersuchungsstandards bei der Planung von Windenergieanlagen. Neben der Nennung bedeutender Vogel- und Fledermauslebensräume werden Abstandsempfehlungen erläutert und Untersuchungsmethoden vorgestellt. 

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Eingriffsregelung - Planungsrechtliche Vorgaben

Damit bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen der Schutz von Natur und Landschaft vollumfänglich Berücksichtigung findet, wurden in Schleswig-Holstein Regelungen auf dem Erlasswege getroffen.

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Telemetriestudie zu Flugverhalten und Raumnutzung des Uhus

Zur besseren Abschätzung des Kollisionsrisikos des Uhus an Windenergieanlagen wurden in Schleswig-Holstein von BioConsult SH im Auftrag des Landesverbands Eulen-Schutz Schleswig-Holstein und des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in einer zweijährigen Telemetriestudie Raumnutzung und Flugverhalten quantitativ untersucht. Im Rahmen der Studie wurden in den Jahren 2017 und 2018 zehn Altvögel mit GPS-Sendern ausgestattet. Anhand der ganzjährig gewonnen Daten wurden Flugdistanzen, Flughöhen sowie ein mögliches Kollisionsrisiko an WEA in einer reliefarmen Landschaft im nördlichen Schleswig-Holstein analysiert.

6. Windenergie im Wald


Die Umwandlung von Wald zur Errichtung von Windenergieanlagen mit einer Höhe von mehr als 10 Metern ist nach § 9 Abs. 3 Landeswaldgesetz unzulässig.

Da zunehmend Erstaufforstungen beantragt werden, um (über die erforderlichen Mindestabstände) geplante Windparks zu beeinflussen, dürfen Erstaufforstungsgenehmigungen zukünftig nur noch befristet erteilt werden. Damit soll vermieden werden, dass erteilte Genehmigungen auf unbegrenzte Zeit öffentlichen Planungen entgegengehalten werden können, ohne dass eine Aufforstung vorgenommen wird.

7. Windenergie und Beteiligung

Leitfaden Bürgerwindpark - Mehr Wertschöpfung für die Region

In dem Leitfaden sind Erfahrungen von Betreibern und Planern aus über 30 Jahren zusammengefasst. Er bietet einen Überblick über die im Zusammenhang mit der Realisierung eines Bürgerwindparks auftretenden Fragestellungen und deren Antworten.

8. Beratungs- und Vernetzungsstrukturen

Die im März 2016 gegründete Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH) und das Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EEK.SH) vernetzen Unternehmen und Hochschulen und stärken auf diese Weise die Innovationskraft der schleswig-holsteinischen Wirtschaft.

Das EE.SH ist das Nachfolgeprojekt der Windenergie-Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein und richtet sich an Unternehmen aus allen Branchen der marktfähigen erneuerbaren Energien.

Das EEK.SH, das aus den Kompetenzzentren Biomassenutzung und Windenergie hervorgegangen ist, unterstützt neben dem Wissens- und Technologietransfer auch die akademische Aus- und Weiterbildung.

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Weitere Akteure

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 Kommunale Spitzenverbände

9. Fördereinrichtungen, Fonds, Banken, andere Träger

  • Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) ist das zentrale Förderinstitut des Landes. Als Berater und Finanzierer unterstützt sie die Windenergiebranche und bietet energie-technisches Know-how an.

  • Die Hamburg Commercial Bank (ehemals HSH Nordbank) finanziert erneuerbare Energien und hat sich u.a. auf Onshore- und Offshore-Windparks spezialisiert.

  • Die Förderdatenbank des Bundes gibt einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Das Fördergeschehen wird unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst.


     

10. Bildung und Forschung

 

Bei Studium-Erneuerbare-Energien sind für Schleswig-Holstein 11 Bachelor- und 5 Masterstudiengänge für den Bereich der erneuerbaren Energien verzeichnet (Stand 2022).

Quelle: Studium erneuerbare Energien Schleswig-Holstein

Tagesaktuelle Auskünfte zu den einzelnen Studiengängen sind im Hochschulkompass abrufbar.

Einen Überblick über weitere Hochschulen in Hamburg und der Metropolregion gibt außerdem die Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur GmbH.

 

11. Windenergiestatistik

Installierte elektrische Leistung Windenergie an Land

  • 2016: 6.083 MW
  • 2017: 6.448 MW
  • 2018: 6.544 MW
  • 2019: 6.696 MW
  • 2020: 6.780 MW
  • 2021: 6.986 MW

Quelle: Monitoringbericht Energiewende und Klimaschutz Schleswig-Holstein, Zahlen zum Windenergieausbau in Schleswig-Holstein

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Anzahl der Windenergieanlagen an Land

  • 2015: 2.767 Anlagen
  • 2016: 2.900 Anlagen
  • 2017: 2.953 Anlagen
  • 2018: 2.955 Anlagen
  • 2019: 2.998 Anlagen
  • 2020: 3.021 Anlagen
  • 2021: 3.038 Anlagen

Quelle: Monitoringbericht Energiewende und Klimaschutz Schleswig-Holstein; Zahlen zum Windenergieausbau in Schleswig-Holstein

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Weitere Daten unter:

12. Wirtschaftliche Strukturen, Entwicklungen und Arbeitsmarkt

Fakten zur Windbranche SH

  • Bruttobeschäftigung Windenergie (On- und Offshore): 12.200 (Stand 2015)

          Quelle: MELUND SH

Wirtschaftliche Bedeutung der Windenergie an Land in Schleswig-Holstein

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat im Jahr 2020 eine Analyse zur wirtschaftlichen Bedeutung der Windenergie an Land in Schleswig-Holstein für das Jahr 2018 veröffentlicht. Darin werden die Bruttowertschöpfung, Beschäftigungszahlen sowie öffentliche Einnahmen dargestellt.

Weitere Informationen

13. Weitere Informationen

Publikationen

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Tourismus

  • Im Artefact Powerpark in Glücksburg werden verschiedene Themen rund um Erneuerbare Energien spielerisch vermittelt.

  • Die Energie-Insel Pellworm hat sich das Ziel gesetzt, sich bis 2020 komplett unabhängig von Energie-Importen zu machen. Einen Beitrag dazu liefert u.a. ein informativ beschilderter Bürgerwindpark, in welchem sich acht der insgesamt 13 Windräder der Insel drehen.

  • Erneuerbare Energien verstehen – damit wirbt der Denker & Wulf Infopark in Sehestedt am Nord-Ostsee-Kanal. An fünf Stationen können sich Besucher jeglichen Alters und Wissenstandes spielerisch über Wind- und Sonnenenergie, aber auch Nachhaltigkeit und Klimawandel informieren.

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Energiewende- und Klimaschutzberichte

In jährlichen Energiewende- und Klimaschutzberichten informiert die Landesregierung über ihre Klimaschutz- und Energiepolitik.

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Projekt NEW 4.0

Unter dem Titel »NEW 4.0« hat sich in Hamburg und Schleswig-Holstein eine einzigartige Innovationsallianz aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gebildet. In einem länderübergreifenden Großprojekt soll gezeigt werden, wie die Gesamtregion mit 4,5 Millionen Einwohnern bereits 2035 zu 100 Prozent sicher und zuverlässig mit regenerativem Strom versorgt werden kann.

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FAQ zu LAI-Hinweisen zum Schallimmissionsschutz

Hier werden Antworten auf häufige Fragen zu den überarbeiteten Hinweisen zum Schallimmissionsschutz der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) gegeben.

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Leitlinie für „faire Windparkplaner in Schleswig-Holstein“

Das Wind Energy Technology Institute (WETI) hat im April 2018 eine Leitlinie für „faire Windparkplaner in Schleswig-Holstein“ veröffentlicht. Das Siegel versteht sich als unabhängige, privatrechtliche Zertifizierung, stellt eine Art Selbstverpflichtung dar und soll einen fairen Planungsprozess garantieren.

 

 

Letzte Aktualisierung: August 2022