Genehmigungssituation im Umkreis von Drehfunkfeuern

© Klaus Stricker / pixelio.de
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Bei der Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen (WEA) treten immer wieder Konflikte mit terrestrischen Funk-Navigationseinrichtungen (sog. Drehfunkfeuern, VOR) auf. Diese senden elektromagnetische Wellen (UKW) aus, anhand derer Flugzeugführer ihre Position bestimmen können. WEA können die Ausbreitung dieser Wellen beeinflussen, indem sie diese ablenken, wodurch die Funktionsfähigkeit der Drehfunkfeuer gestört werden kann. Um dies zu vermeiden, werden Schutzbereiche um Navigationseinrichtungen empfohlen, innerhalb derer WEA nur nach erfolgter Einzelfallprüfung gebaut werden können. Bis zu einem Abstand von 3 km um die VOR sind Windenergieanlagen aufgrund der Störwirkung regelmäßig nicht zulässig.

Die Leitlinien der internationalen Luftfahrtorganisation (ICAO) sehen für Windenergieanlagen einen Prüfradius von 10 km um Doppel-Drehfunkfeuer (DVOR) vor, der auf 15 km erweitert werden kann, was in Deutschland für die meisten DVOR gilt. Um konventionelle Drehfunkfeuer (CVOR) wird ein Prüfradius von 15 km empfohlen.

Zur Bestimmung des Störpotenzials von Windenergieanlagen auf terrestrische Funk-Navigationseinrichtungen setzt die Deutsche Flugsicherung seit Juni 2020 eine im Rahmen des Forschungsprojekts „WERAN plus“ neu entwickelte Berechnungsformel ein.

Kartographische Darstellung der Lagebeziehung genehmigter Anlagenstandorte zu Schutzbereichen um Drehfunkfeuer

Um aufzeigen zu können, wie und wo sich die Anwendung des modifizierten Bewertungsverfahrens auf die Genehmigungssituation auswirkt, visualisiert die Fachagentur Windenergie an Land die seit Mitte 2020 neu bewilligten WEA-Standorte. Die Standorte der bundesweiten VOR werden mit Morse-Kennung und Kartensymbol dargestellt. Durch Anklicken des Drehfunk-Symbols erscheint die Anlagenbezeichnung, das Bundesland und der Anlagentyp. Um die Drehfunkfeuer-Standorte sind virtuell die Prüfradien (10 km bzw. 15 km), innerhalb derer die Zustimmung zum Bau einer Windenergieanlage vom Ergebnis der Einzelfallprüfung durch die Flugsicherungsbehörden abhängt, eingezeichnet.

Windenergieanlagen, die seit Juni 2020 in Deutschland genehmigt wurden, sind mittels der individuellen Marktstammdatenregister-Nummer (beginnend mit SEE…) gekennzeichnet. Wird der Mauszeiger über einen Punkt mit Beschriftung bewegt, erscheint im Informationsfeld (oben links) die Gemarkung des Standorts, die Gesamthöhe, die elektrische Leistung sowie das Genehmigungsdatum der Windturbine.

Auf niedriger Zoomstufe werden statt einzelner WEA-Anlagenstandorte grüne Cluster-Kreise angezeigt. Die Ziffer steht für die Anlagenzahl innerhalb des Clusters. Je dunkler der Grünton und je kleiner der Cluster-Kreis, desto geringer ist die Zahl der darin zusammengefassten WEA. Eine vollständige Legende wird durch Klicken auf das Nordpfeil-Symbol (oben rechts) aufgeklappt.

Der zugrunde liegende WEA-Datensatz wird turnusmäßig aktualisiert. Änderungen an den Drehfunkfeuer-Standorten (Stilllegung von VOR-Anlagen oder Umrüstung von CVOR auf DVOR) werden nach bekanntwerden in die Darstellung übernommen.

 

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