Wetterradar

Das 3D-Wetterrader vom Deutschen Wetterdienst (DWD) dient der flächendeckenden Detektion von Niederschlägen. In Deutschland existiert ein Messnetz von 17 Niederschlags-Radaranlagen an exponierten Standorten mit einer Reichweite von jeweils über 150 Kilometern. Darüber hinaus gibt es ein Forschungsradar und vier Windprofiler-Radarsysteme. Reichen Windenergieanlagen aufgrund ihrer Höhe in die von den Wetterradarsystemen beobachtete Atmosphäre hinein, können die Messwerte durch Abschattungen und Reflexionen beeinflusst werden.

Mit Bezug auf internationale Richtlinien der World Meteorological Organization (WMO) fordert der DWD einen Anlagenschutzbereich von 15 Kilometern, welcher sich in zwei Kreiszonen gliedert. Der nähere Umkreis von fünf Kilometern um die Wetterradarstandorte ist von Windenergieanlagen frei zu halten. In der entfernteren Kreiszone (Radius 5-15 Kilometer) werden Anlagen nach dem Behördengutachten für Schleswig-Holstein (MELUND / LLUR 2021) bewertet.

Nach diesem Bewertungsschema werden Windenergieanlagen mit einem Abstand von vier Kilometern zueinander einer gemeinsamen Flächenprüfung unterzogen. Die Einflussfläche der Windparks darf höchsten 15 km² betragen. Des Weiteren erfolgt eine Höhenprüfung, es darf dabei höchstens zu einer Überdeckung von 10 Prozent des niedrigsten Radarscans kommen.

Ab dem Jahr 2024 kann der Radius, ab dem Windenergieanlagen aus Sicht des DWD generell zulässig, auf fünf Kilometer gesenkt werden. Voraussetzung dafür ist, dass das aktuell entwickelte Fachverfahren „Konrad 3D“ technisch und fachlich im DWD operationell eingeführt ist. So ist es im Maßnahmenpapier von Klimaschutz- und Verkehrsministerium vom 5. April 2022 beschrieben.

Der DWD hat zudem einen Prüfauftrag hinsichtlich der möglichen Standortverlagerung von Wetterradaranlagen für eine bessere Vereinbarkeit von Windenergieanlagen und Wetterradaranlagen.

Für die Windprofiler-Radarsysteme ist der freizuhaltende Schutzbereich nur im Rahmen einer Einzelfallprüfung zu bestimmen

Voranfragen zur Einzelfallprüfung von geplanten Windenergieanlagen oder Konzentrationszonen im Umkreis von Messstationen des DWD können an die E-Mailadresse windenergieanlagen.radar[at]dwd.de gestellt werden.

 

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