Drehfunkfeuer zur Flugnavigation

© Gitti/pixelio.de
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Drehfunkfeuer sind Navigationsanlagen für den Luftverkehr, sie werden unterteilt in VOR (Very High Frequency Omnidirectional Radio Range) und DVOR (Doppler-VOR); im Weiteren zusammengefasst als D/VOR. D/VOR senden ein spezielles UKW-Funksignal aus, anhand dessen eine Empfangsanlage im Flugzeug die Richtung zum DVOR bestimmen kann. In Deutschland werden ca. 60 D/VOR-Anlagen von der Deutschen Flugsicherung (DFS) betrieben.

Die DFS legt für D/VOR einen Anlagenschutzbereich von i.d.R. 15 Kilometern fest. Dieser wird von der internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) für VOR vorgegeben. Für DVOR liegt die Vorgabe der ICAO bei 10 Kilometern, von denen jedoch aufgrund lokaler Gegebenheiten abgewichen werden darf. Dieser Schutzbereich gliedert sich in zwei Zonen: Im Umkreis von drei Kilometern zu den D/VOR sind keine Windenergieanlagen (WEA) zulässig; in einem Radius von 10 bzw. 15 Kilometern trifft das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF), das im Genehmigungsverfahren beteiligt wird, auf Grundlage einer gutachterlichen Stellungnahme der DFS eine Einzelfallentscheidung.

Fragen und Antworten zu WEA und D/VOR stellt die DFS auf ihrer Internetseite zur Verfügung.

Aktuelle Entwicklungen

Derzeit existiert keine Norm zur Beurteilung der Störwirkung von WEA auf D/VOR. Dies führt zu Streitigkeiten hinsichtlich der Ablehnung von WEA seitens des BAF und der Anerkennung von durch WEA-Betreiber eingereichte Gutachten. Einer Branchenumfrage von 2019 zufolge können derzeit WEA mit einer Leistung von ca. 4800 MW wegen Konflikten mit D/VOR-Anlagen nicht umgesetzt werden (FA Wind 2019).

Am 7. April 2016 hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) geurteilt, dass die Möglichkeit der Störung einer Flugsicherheitseinrichtung für ein Bauverbot ausreichend ist. Gleichzeitig wurde jedoch festgestellt, dass die entsprechenden Annahmen in der gutachterlichen Stellungnahme wissenschaftlichen Ansprüchen genügen müssen und durch wissenschaftliche Gegenpositionen in ihren Grundannahmen, ihrer Methodik und ihren Schlussfolgerungen nicht substanziell in Frage gestellt werden.

Inzwischen hat das Forschungsprojekt WERAN plus eine Beurteilungsmethode vorgelegt, die zu einer neuen Bewertung von WEA im Umfeld von DVOR führen kann.

Weiterführende Informationen:

FA Wind Publikationen

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