Radarverträglichkeit von Windrädern erneut im Fokus

27.07.2015

Baden-Württemberg lässt den Interessenkonflikt mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) neu bewerten.

Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg hat die Airbus Defence and Space GmbH ein Fachgutachten zur Bewertung von möglichen Einflüssen durch Windenergieanlagen (WEA) im vom Deutschen Wetterdienst (DWD) reklamierten Schutzbereich des Wetterradars Türkheim erarbeitet. Dieses soll Aussagen zu dem „Störpotential“ von WEA gegenüber dem Wetterradar zulassen.

Demnach sind bei mehr als fünf Kilometer entfernten WEA zum Radarstandort deren verschattungsbedingte Einflüsse nicht mehr praxisrelevant für die Radarmessung. Die Fehlinterpretation von gemessenen Daten entsteht vor allem durch die Bewegung des Rotors. Minderungen dieser Störwirkungen im Nahbereich sind durch ein optimiertes Windparklayout zu erzielen. Weitere Lösungsansätze werden dahingehend erörtert, ob eine Minderung bzw. Vermeidung des Einflusses durch die jeweilige WEA-Planung, durch die WEA selbst oder durch die Erhöhung der Antennenposition des Wetterradars möglich sind.

Ein ebenso vom Ministerium veranlasstes Rechtsgutachten der Wirtschaftskanzlei Noerr LLP kommt zu dem Schluss, dass der DWD als Träger eines öffentlichen Belangs im Genehmigungsverfahren lediglich zu beteiligen sei. Ihn treffe daher eine umfassende Darlegungslast. Pauschale Angaben oder Schutzradien seien im behördlichen Entscheidungsprozess nicht ausreichend, vielmehr sei die konkrete Gefahr für das Schutzgut darzustellen, dem die Radaranlage dient. Die Genehmigungsbehörde habe im Rahmen des abschließenden Abwägungsprozesses zwischen dem öffentlichen Belang und einem privilegierten Windenergieanlagenvorhaben unter anderem zu berücksichtigen, dass der DWD gegebenenfalls technische Lösungen zur Abmilderung der Kollisionslage zu ergreifen hat.

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