DFS behält Berechnungsmethode zum Störpotential von VOR/DVOR bei

06.08.2014

Begutachtungen der Studie zum Drehfunkfeuer Michaelsdorf halten deren Ergebnisse für nicht übertragbar.

Wie angekündigt hat die Deutsche Flugsicherung (DFS) die Ergebnisse eines Gutachtens (Bredemeyer 2014, siehe Newsmeldung vom 10. März 2014) im Auftrag des Landesumweltamts Schleswig-Holstein zu einem DFS-Drehfunkfeuer in Michaelsdorf von der US-amerikanischen Ohio University und der französischen ENAC (École Nationale de l’Aviation Civile) überprüfen lassen. Beide Institute zweifeln die Messergebnisse nicht an, jedoch sei eine Allgemeingültigkeit und damit Übertragbarkeit auf andere Navigationsanlagen nicht möglich. Dies hatte auch Herr Bredemeyer in seinem Gutachten so dargestellt und weitere Vermessungen vorgeschlagen. Jedoch sehen die ausländischen Institute es trotz der Messergebnisse als nicht nachgewiesen an, dass von Windenergieanlagen jenseits der Drei-Kilometer-Grenze um das Funkfeuer Michaelsdorf keine nennenswerten Störauswirkungen auf die Navigationssignale ausgehen.

Im Ergebnis dieser Begutachtungen wird die DFS bis auf weiteres ihre Berechnungsmethode zur Bewertung des Störpotentials von Windenergieanlagen auf Funknavigationsanlagen beibehalten. In der Flugsicherheitsanalyse der Wechselwirkungen von Windenergieanlagen und Funknavigationshilfen (Hüttig et al. 2014, siehe Newsmeldung vom 6. Juni 2014) wurde jedoch festgestellt, dass diese Bewertungsmethode nicht der Realität entspricht.

Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom 5. August äußerte der DFS Geschäftsführer Klaus-Dieter Scheurle in diesem Zusammenhang, dass die Windpark-Problematik anders angegangen werden könnte, wenn die Satellitennavigation verpflichtend sei. Solange keine gesicherten neuen Erkenntnisse oder anderslautende Vorgaben der ICAO vorliegen, wird die DFS jedoch weiterhin die Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) anwenden.

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