BMWK und BMDV legen Maßnahmenpapier vor

06.04.2022

Im Umfeld von Wetterradaren und Drehfunkfeuern wird die Genehmigung von Windenergieanlagen erleichtert.

Die Schutzbereiche um Doppler-Drehfunkfeuer (DVOR) sollen nach einem gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) vorgelegten Maßnahmenpapier auf sechs bis sieben Kilometer verkleinert werden. Bisher ist ein Radius von drei Kilometern ein Ausschlussgebiet für Windenergieanalgen und in einem Radius bis zu 15 Kilometern wird eine Einzelfallprüfung durchgeführt. Der Prüfradius im Umkreis von konventionellen Drehfunkfeuern (CVOR) soll sich nicht ändern, allerdings soll die Berechnungsmethode angepasst werden. Die Änderungen beruhen auf Ergebnissen des Forschungsprojektes WERAN.

Des Weiteren ist geplant, Drehfunkfeuer an 15 Standorten abzubauen. Für fünf benannte Standorte steht die Stilllegung bis Ende 2025 an. Insgesamt acht CVOR werden zu den gegenüber Windenergieanlagen unempfindlicheren DVOR umgerüstet. Ergänzend sind Überprüfungen der Fehlertoleranz und eine Beschleunigung der Prüfung angekündigt.

Auch für Schutzbereiche um Wetterradare sind Änderungen der Prüfung geplant. So soll bis Ende des Jahres 2023 das Bewertungsschema nach dem Behördengutachten zum Wetterradar Boostedt (MELUND / LLUR 2021) auch auf die anderen Radarstandorte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) angewandt werden. Aktuell wird das Fachverfahren zur automatischen Erkennung von Gewitterzellen durch den DWD weiterentwickelt (Konrad 3D). Ab 2024 sollen dann im Radius von fünf bis fünfzehn Kilometern Windenergieanlagen in Betrieb genommen werden können, soweit sie die an den Anlagen ermittelten Wetterdaten dem DWD zur Verfügung stellen. Bis dato sollen auch Korrekturalgorithmen gegen Signalstörungen durch WEA beim DWD implementiert sein, die im Forschungsprojet RIWER entwickelt werden, an dem auch die FA Wind beteiligt ist.

Als Option wurde eine mögliche Verlegung von Wetterradaren an für Windenergieanlagen weniger geeignete Standorte zur Diskussion gestellt, um bestehende Konflikte zu entschärfen.

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